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Elektrojets, fliegende Autos und Senkrechtstarter sollen nicht nur die Luftfahrt, sondern auch den Straßenverkehr revolutionieren. Die Frage ist: wie bald fliegen wir alle zur Arbeit?

Lilium Aviation

Bei der jungen Firma Lilium Aviation aus München bekommt das Wort „Privatjet“ eine ganz neue oder vielleicht eher eine inhaltlich noch treffendere Bedeutung. Das 2010 gegründete Start-Up entwickelt derzeit nach eigener Aussage den ersten komplett elektrisch betriebenen, senkrecht startenden Jet der Welt. Zwei Menschen (oder 200 kg) soll er transportieren können, 500 km weit mit einer Aufladung fliegen und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h erreichen. Da er senkrecht starten kann und im Vergleich zu Hubschraubern und Flugzeugen deutlich leiser ist, erhoffen sich die Entwickler eine Nutzung ihres Produktes vor allem in Großstädten und insbesondere durch bisherige Autofahrer, die lediglich einen Flugschein für Ultraleicht-Flugzeuge benötigen würden. Und natürlich 300.000 €. Soviel soll der Jet nämlich zu Beginn kosten.

Terrafugia TF-X

Hoch hinaus will auch das Bostoner Unternehmen Terrafugia. Ihr TF-X ist tatsächlich ein fliegendes Auto. Lenk- und fahrbar wie ein normaler PKW soll man mit diesem Hybriden in der Lage sein, sich alternativ zu seinem Ziel fliegen zu lassen. Da der TF-X ebenfalls senkrecht startet, ist auch hier keine Startbahn nötig. Anders als bei dem Münchener Projekt fliegt hier der Fahrer aber nicht selbst, sondern lässt sich mittels Autopilot befördern. Lediglich den Landevorgang muss er manuell vornehmen. Nachdem das Unternehmen die nötigen Freigaben der US-Luftfahrtbehörde bekommen hat, soll es die ersten Auslieferungen 2019 geben. Nötig sind hier ein PKW-Führerschein und auch eine Flugerlaubnis für Leichtflugzeuge. Auch preislich unterscheidet sich der TF-X nicht großartig von seinem deutschen Pendant, soll allerdings eine größere Reichweite (über 800 km) bei vergleichbarer Höchstgeschwindigkeit haben. Wie schnell das fliegende Auto auf der Straße ist, gab Terrafugia bisher nicht bekannt.

Aeromobil 3.0

Fliegen „von Tür zu Tür“ verspricht das slowakische Unternehmen Aeromobil mit seinem Aeromobil 3.0. Anders als bei den beiden oben genannten Projekten fährt dieses zwar auch wie ein PKW am Boden (mit bis zu 160 km/h), startet allerdings nicht senkrecht, sondern wie ein Flugzeug über eine Startbahn. 700 km weit bei Tempo 200, versprechen die Entwickler. Trotz eines (glimpflich ausgegangenen) Absturzes während eines Testflugs 2015 plant der Hersteller bereits 2017 in die Produktion zu gehen und seinen fliegenden Sportwagen interessierten Piloten für vermutlich mehrere Hunderttausend Euro zur Verfügung zu stellen.

Fazit

Ein paar Dinge haben die drei vorgestellten (und einige weitere) Optionen gemein: so bald werden sie weder in großer Zahl am Himmel noch auf der Straße auftauchen. Dafür sind sie allesamt zu teuer und auch noch nicht weit genug entwickelt. Trotzdem ist es schon jetzt interessant zu sehen, wohin die moderne Fortbewegung gehen könnte. Solange gilt es wohl oder übel auf dem Boden zu bleiben.

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