Ash vs Evil Dead – B-Movie in Serie

Soeben ist in Deutschland die zweite Staffel Ash vs Evil Dead angelaufen. Ein gefundenes Fressen für Menschen mit schwarzem Humor und starkem Magen.

Ash Vs Evil Dead Hoods Blog

Eine kleine Warnung vorab: auch wenn Ash vs Evil Dead von Spiderman-Regisseur Sam Raimi produziert wird und auf einer Filmreihe beruht, die er von 1981 bis 1992 drehte, ist die Serie weit davon entfernt, in irgendeiner Weise massenkompatibel zu sein. Ash vs Evil Dead ist ein seriegewordenes B-Movie, in dem dumme Sprüche und comichafte Splatterszenen sich die Klinke in die Hand geben. Das funktioniert auch in der zweiten Staffel noch ganz ok, ist aber in kleinen Dosen am besten zu genießen.

Die Story ist schnell erzählt und fungiert im Prinzip auch nur als schmückendes Beiwerk: der in die Jahre gekommene Protagonist Ash Williams (wie in den Originalfilmen gespielt von Bruce Campbell) verwendet im Drogenrausch versehentlich das Buch Nekronomikon um eine Horde Dämonen auf die Erde loszulassen. Gemeinsam mit seinen Supermarkt-Kollegen Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) setzt er nun alles daran, diese Ausgeburten der Hölle möglichst gewalttätig in selbige zurückzusenden; bevorzugt mit einer Kettensäge, die er statt seiner rechten Hand trägt und einer Schrotflinte.

Für Freunde des Originals, das bis zu diesem Monat aufgrund seiner drastischen Gewaltdarstellungen indiziert war, gibt es immer wieder Querverweise auf die ursprüngliche Geschichte, allerdings versteht man die Serie wohl auch ohne jegliches Vorwissen.

Die zweite Staffel allerdings setzt nun einige Zeit nach den Ereignissen der ersten zehn Folgen ein und die bisher gezeigten Episoden lassen befürchten, dass sich das Konzept der Serie zumindest ein wenig abgenutzt hat. Die dummen Sprüche werden zwar definitiv nicht weniger und sorgen ab und zu auch noch für den Anflug eines Schmunzelns, aber das Fehlen einer wirklich packenden Story wird noch mehr als je zuvor mit teils wirklich ekelerregenden Gewaltdarstellungen kompensiert. Das ist auf Dauer dann leider doch etwas ermüdend, weshalb Ash vs Evil Dead definitiv keine Serie ist, die einen dazu bringt, Nächte vor dem Fernseher zu verbringen. Als kleiner, schmutziger Snack zwischen all den epischen Marathonserien eignet sie sich aber nach wie vor und wer bisher noch nicht reingeguckt hat, ist tatsächlich auch nicht zu spät dran, da die erste Staffel auch erst seit Anfang September bei Amazon Prime in Deutschland läuft. Also im Endeffekt eine halbe Empfehlung. Allerdings am besten nicht während des Abendessens gucken.

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