Fred – Aus dem Leben eines Kaukameraden

„Eigentlich will ich mich nicht beschweren. Ich wollte einen Job, in dem ich sagen kann „es ist ein dreckiger Job, aber irgendeiner muss ihn ja machen“. Das gibt Kredibilitätspunkte in jedem Kneipengespräch, an jedem Baggersee, bei jedem ersten Date.

Es ist aber auch Quatsch. Ich hätte der Liebling eines Kleinkindes werden können. Jaques Lionel, 3 Jahre, und sein bester Freund Fred. Ein unschlagbares Team. „So süß!“ und „zum Glücklichsein braucht er nicht mehr als ein undefinierbares Bärenkissen“. „Undefinierbar“ ist natürlich eine Frechheit, aber sonst wäre das ein Lebensentwurf gewesen.

Stattdessen lebe ich mit zwei Hunden zusammen. Ich weiß nicht, ob sie mich als Freund sehen, aber falls ja, ist unsere Freundschaft eine einseitige Sache. Ich werde besabbert, geschüttelt und weggeworfen. Das sind die guten Tage. An schlechten Tagen liege ich in der Ecke, da Briefträger, Pizzaboten, Mitarbeiter, Bälle und Kartons interessanter sind.

Ja, verdammt. Es schmerzt. Aber nochmal: ich will mich nicht beschweren. Es gibt mir auch Zeit. Für meine Memoiren. Das hier ist erst der Anfang. Die Welt wird meine Geschichte hören. Ich bin Fred. Geboren um kleinen Kindern in den Schlaf zu helfen. Geendet als Kaukamerad.“

Gefällt? Geteilt!