How to snapchat

Für alle Ü-13, denen kein Social Media Talent in die Wiege gelegt wurde, zuerst das Wichtigste: Auf Snapchat verschickt man Bilder oder Videos an Freunde, die sich durch eine Art Selbstzerstörungstimer wenige Sekunden nach dem Anschauen wieder löschen.

Wie du deinen Eltern Snapchat erklärst … und dir selbst

An dieser Stelle kannst du deine Mutter direkt beruhigen: Nein Mama, egal was du gelesen hast, Snapchat ist keine App um Nacktbilder von sich zu verschicken (zumindest nicht vorrangig, obwohl einige Teenies naiverweise tatsächlich versucht haben so den Grundstein für eine Karriere als Erotikmodel zu legen). Spätestens seit der Einführung der Story-Funktion hat sich Snapchat aber zu einem Social Media Kanal gemausert, an dem fast keiner mehr vorbei kommt. Wenn deine Eltern also auch auf den “Schnäppschätt”-Zug aufspringen möchten, führ’ sie langsam in die Materie ein. Sie sind wahrscheinlich gerade erst dabei Selfies zu verstehen und Snapchat wird sie genauso überfordern wie dich selbst.

Dran bleiben!

Ja, die Menüführung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und schreckt viele ab, die App weiter zu nutzen. Aber gib’ ihr eine Chance. Sobald du dich als Snapchat-Neuling mit den wichtigsten Funktionen vertraut gemacht hast, wirst du da sitzen und den ganzen Tag snappen (nicht schnapschätten), als wäre es dein Job. Jemand schickt dir einen Snap, du schickst einen zurück, und so weiter.

Wenn du als Snapchat-Einsteiger aber noch niemanden in deinem Freundeskreis für die App begeistern konntest, hast du genau zwei Möglichkeiten um trotzdem ein cooler Snapchatter zu werden:

Filter gibt’s nicht nur bei Instagram

Zum einen kann man sich sehr gut selbst mit der App beschäftigen und das wird wohl auch deinen Eltern am meisten Spaß machen. Du kannst die verrücktesten Filter auf dein Gesicht legen und bunte Regenbögen aus deinem Mund fließen lassen oder süße Hundeohren aufsetzen. Sag’ deinen Eltern aber, sie sollten das nicht unbedingt in der Öffentlichkeit ausprobieren. Es sei denn, es stört sie nicht, wenn sie die Nachbarschaft bald als die verrückten Alten kennt, die auf dem Weg zum Brötchen holen Selbstgespräche führen und Grimassen in ihr Smartphone schneiden (Augenbrauen hoch, Mund auf). Der beste Filter überhaupt ist sowieso die Faceswap-Funktion, mit der du dein Gesicht mit dem deines Freundes, deiner Katze oder der Frau auf der Fernsehzeitschrift tauschen kannst. Das wird euch immer wieder tränenreiches Gelächter bescheren, gleichzeitig bringt es aber auch Kreaturen zu Tage, die ohne großen Kostümaufwand in jedem Horrorfilm mitspielen könnten – also sei gewarnt.

Storytelling 2.0

Das zweite Feature, dass du nutzen kannst, wenn alle deine Freunde “schon zu alt für Snapchat” sind, sind die Storys. Wie jede andere Social App wird auch Snapchat nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von Influencern benutzt, die JEDEN Moment ihres Tages, gestückelt in 10-Sekunden-Abschnitte, in eine endlos lange Story packen, bei der selbst geübte Smartphone-Finger beim Versuch einzelne Snaps zu überspringen an ihre Grenzen kommen. Aber du kannst quasi-live dabei sein - bei allem, was sie tun und das sogar 24 Stunden lang.

Weil deine Eltern aber wahrscheinlich kein Interesse daran haben, Kylie Jenner dabei zu beobachten, wie sie Playback singt und Fotoshooting-würdige Blicke in die Kamera wirft, empfiehl’ ihnen vielleicht eher das Discover Feature. CNN, Comedy Central, Food Network & Co. versuchen die Nutzer mit kleinen Snap-Trailern dazu zu bringen kurze Artikel zu lesen. Und womöglich sind deine Eltern die ersten und einzigen Nutzer, die das tatsächlich tun. Alle anderen Snapchatter sind nämlich zu beschäftigt damit ihren Freunden zu zeigen, wie viele Doppelkinne sie machen können.

Das wichtigste in Kürze:

Wenn du das alles nicht gelesen hast, weil du verzweifelt versuchst herauszufinden, wie du dein Gesicht in das eines süßen Hundewelpen verwandelst (okay, wir verraten es: Schau in die Kamera, tippe auf dein Gesicht und halte den Finger so lange gedrückt, bis sich eine Leiste öffnet), findest du hier das wichtigste zusammengefasst:

  1. Sende TÄGLICH Snaps an deine Freunde: Nach dem Aufstehen, beim Busfahren, im Büro, beim Zähneputzen, immer.
  2. Versende nicht einfach nur Snaps. Ein wenig Mühe kannst du dir schon geben: Ein lustiger Text hier, ein bisschen Malerei da.
  3. Emojis! Vergiss nie die Emojis
  4. Und zu guter letzt: Faceswappe dein Gesicht mit jedem, den du kennst und mit allen Fotos, die auf deinem Handy gespeichert sind. Jetzt!
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