"I Approve This Message"

Wahlwerbespots sind immer noch ein beliebtes und gern gewähltes Mittel im Kampf um die Gunst der amerikanischen Wähler. Im Laufe der Zeit wurde aber mit immer härteren Bandagen gekämpft.

Selbst wenn man in Deutschland lebt und sich gar nicht so sehr für amerikanische Politik interessiert, kann man Berichten über den aktuellen Wahlkampf wohl kaum entgehen. Zu präsent, zu multimedial ist das Rennen um das höchste politische Amt in den USA, das gefühlt insbesondere im und übers Internet entschieden wird. Trotzdem oder auch gerade deswegen sind auch für Hillary Clinton und Donald Trump Wahlwerbespots ein beliebtes Mittel, um für die eigene Sache und vor allem gegen den Konkurrenten Stimmung zu machen. Wir haben uns angeguckt, wie sich die Campaign Commercials mit den Jahren geändert haben.

Wahlkampf Blog Hoods

„I Like Ike“ (1952) für Dwight Eisenhower

Nachdem Wahlwerbespots vor den 50ern noch verpönt waren, ist Eisenhowers Commercial ein absolutes Highlight in der Geschichte der amerikanischen Wahlwerbung, setzte er doch den Slogan „I Like Ike“ mit Hilfe des berühmten Komponisten Irving Berlin und den Walt Disney Studios bestmöglich in Szene.

„Daisy Girl“ (1964) für Lyndon B. Johnson

Daisy Girl“ oder „Peace Little Girl“ ist der vermutlich bekannteste Wahlwerbespot aller Zeiten, obwohl er nur ein einziges Mal im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Gezeigt wird ein kleines Mädchen, das Blätter von einer Blume pflückt, gefolgt von einem Countdown und der Explosion einer Atombombe. Der Plan, den Republikaner Barry Goldwater als gefährlichen Hardliner darzustellen, ging auf und Johnson gelang ein Erdrutschsieg.

„McGovern Defense“ (1972) für Richard Nixon

Anhand einer niedlichen Spielzeugarmee versuchte Richard Nixon 1972 den amerikanischen Wählern die (seiner Meinung nach hochgefährlichen) Sparmaßnahmen vor Augen zu führen, die sein Konkurrent George McGovern für den Verteidigungshaushalt angedacht hatte. Dieser Spot, der mit Nixon auf einem Kriegsschiff endete, überzeugte die Amerikaner und bescherte dem Republikaner den Sieg.

„Bear“ (1984) für Ronald Reagan

Der Wahlkampf 1984 war geprägt vom Kalten Krieg und auch Ronald Reagans berühmter „Bear“-Spot greift dieses Thema auf, ohne es allerdings jemals namentlich zu nennen. Gezeigt wird lediglich ein imposanter Braunbär, der, so der Sprecher, eine Gefahr darstellen könnte – oder auch nicht. Zur Sicherheit, schlußfolgert der Spot, wäre es gut, einen Präsidenten zu haben, der auf jede Gefährdung vorbereitet ist. Die amerikanischen Wähler stimmten zu und bescherten Amtsinhaber Reagan den deutlichsten Sieg seit 1936.

„The Man From Hope“ (1992) für Bill Clinton

Bill Clintons Spot „The Man From Hope“ zeigte den Werdegang des späteren Präsidenten vom politikbegeisterten Jungen zum Gouverneur von Arkansas und dann zum Präsidentschaftskandidaten. Händeschütteln mit John F. Kennedy inklusive. Clinton konnte den Wahlkampf gegen Amtsinhaber George Bush überraschend für sich entscheiden.

„Yes We Can“ (2008) für Barack Obama

Der Clip zur „Yes We Can“-Kampagne von Barack Obama war ein reiner Web-Spot, wurde dennoch alleine bei Youtube beinahe 26 Millionen mal angeguckt. Ein Grund dafür sind sicher auch die vielen Prominenten, von Produzent will.i.am über Scarlett Johansson bis zu Herbie Hancock, die Auszüge einer Rede Obamas in New Hampshire rezitieren. Das Video mit dem dazugehörigen Song wurde nicht vom Wahlkampfteam des Demokraten produziert, aber kurz nach der Veröffentlichung übernommen und machte den Slogan „Yes We Can“ populärer als Obamas eigentlichen Slogan „Change We Can Believe In“.

Wahlkampf 2016

Selbst neutralen Beobachtern muss auffallen, dass der aktuelle Wahlkampf zwischen Clinton und Trump beinahe ausschließlich davon lebt, den politischen Opponenten zu diskreditieren und als schlechtmöglichste Lösung für das Land darzustellen. In Zeiten von sozialen Medien werden insbesondere Hashtags direkt in die Clips integriert, die sich nach aktuellen Meldungen und vor allem Fehltritten richten, schnell produziert und dann beinahe ausschließlich online verbreitet werden

„Role Model“ (2016) für Hillary Clinton

Der „Role Model“-Spot für Clintons Kampagne setzt sich in erster Linie aus Auftritten Donald Trumps zusammen, die ihn als unkontrollierten, fluchenden und beleidigenden Kandidaten zeigen, dessen Botschaften von Kindern gesehen werden und diesen schaden. Am Ende fragt Clinton aus dem Off, welche Vorbilder sich das amerikanische Volk für seine Kinder wünscht.

PS:

Den Preis für den abgedrehtesten und absurdesten Wahlkampfspot in der Geschichte der Vereinigten Staaten gewinnt allerdings wohl die Republikanerin Carly Fiorina für ihren „Demon Sheep“ Film aus dem Jahr 2010. Damals ging es zwar „nur“ um einen Platz im Senat, aber kaum ein Spot hat jemals ein so großes Medienecho hervorgerufen.

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