Moderne Roboter – Lebensretter, Haustier, Pizzataxi

In spätestens 100 Jahren erledigen Roboter 50% all unserer Jobs, falls sie nicht sowieso schon die Erde beherrschen.

Statt schwermütig in dystopischen Gedanken zu schwelgen, hier ein paar ganz aktuelle Roboter, die erstmal so gar nicht gefährlich wirken.

Im Hause Hoods erledigt ein Robosauger die Arbeit, auf die hier sonst definitiv keiner Lust hat. Einen Namen hat er bisher nicht, aber seine Arbeit ist zufriedenstellend. Ein stiller, verlässlicher Kollege. Keine Klagen.

Die folgenden Roboter sind noch ein bisschen futuristischer, auch wenn sie uns bereits jetzt oder zumindest sehr bald über den Weg laufen oder fahren werden.

6D9 (Starship Technologies)

Ganz aktuell wird der 6D9 in Hamburg und Düsseldorf getestet. Die rollende Blechbox der englisch-estnischen Firma Starship Technologies (ein Unternehmen der beiden Skype-Gründer) soll in Zukunft punktgenaue Paketzustellungen gewährleisten und dabei beinahe völlig autonom ohne menschliche Steuerung agieren. Der Roboter ist mit GPS und neun Kameras ausgestattet. Dazu kommen Abstandsmesser, die dafür sorgen, dass der 6D9 keine Hindernisse oder noch schlimmer Lebewesen rammt. Aufgrund deutscher Verkehrsgesetze darf der Roboter derzeit allerdings nur in Begleitung eines menschlichen Aufpassers eingesetzt werden. Die Firma hofft aber, dass das zur Markteinführung nicht mehr nötig sein wird.

Domino's DRU

Ähnlich funktioniert der DRU, des amerikanischen Franchise-Unternehmens Domino’s Pizza. Der DRU ist ebenfalls ein Lieferroboter, der Pizza und Getränke von der Filiale direkt und auf schnellstem Weg zum Besteller fährt. Derzeit wird ein Prototyp des Roboters dank einer Sondergenehmigung in Australien getestet. Die Ausgabe der warmgehaltenen Speisen und gekühlten Getränke vor Ort erfolgt, ähnlich wie beim 6D9, durch einen Code, der dem Empfänger per SMS zugesendet wird.

Zenbo

Als neuer bester Freund des Menschen wird der Zenbo von Asus angepriesen. Ab 2017 soll dieser Roboter gleichzeitig als Smart Home und Entertainment System Verwendung finden und mit seinem Besitzer sprechen können. Der Zenbo sieht freundlich aus und hat ein integriertes Touchpad in seinem Gesicht, mit dem der Nutzer auf die Features des Roboters zugreifen kann. Gedacht ist er vor allem für Kinder und ältere Menschen, als Spielkamerad bzw. Begleiter. Die Kosten sollen sich auf ca. 600 Euro belaufen.

Dokk1-Parkhaus Aarhus

Deutlich weniger putzig, dafür aber bereits voll betriebsfähig und für eine Stadt wie Köln eigentlich lebenswichtig (zumindest gefühlt), ist das Dokk1-Parkhaus in Aarhus. PKW-Fahrer manövrieren ihr Fahrzeug in eine von 20 oberirdischen und absenkbaren Boxen, ziehen die Handbremse, schließen das Auto ab, lösen ein Ticket und überlassen das eigentliche Parken den Parkrobotern unter der Erde. Die messen das Fahrzeug nach Länge, Breite und Höhe aus und verstauen es dementsprechend passgenau auf einem der ca. 1000 Stellplätze. Lackschäden, umständliches Vor- und Zurückschieben, sowie maß- und gedankenlose Platzverschwendung ausgeschlossen. Die Wiederbeschaffung des Fahrzeugs erfolgt ebenfalls oberirdisch und dauert im Höchstfall 120 Sekunden. Eine Petition zum Errichten solcher Häuser für Ehrenfeld und Innenstadt reichen wir nach.

Microscale Transformer Robot

Ein paar Hausnummern kleiner ist der Microscale Transformer Robot, den die Drexel Universität in Philadelphia entwickelt. Ein Roboter ist nur wenige Mikrometer groß, besteht aus mehreren Kugeln, die sich beliebig an- und abkoppeln lassen und bewegt sich in menschlichen Blutbahnen fort. Der Roboter wird magnetisch gesteuert und soll in der Lage sein Medikamente zielgenau durch den Körper zu transportieren oder bei kleinen operativen Eingriffen zu helfen. Wann das soweit sein wird, ist leider bisher nicht bekannt.

Fazit

Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Von den berühmt-berüchtigten Amazon-Drohnen, über berührungssensible Transportroboter bis hin zu Asimo, einem japanischem Roboter, der rennen, Fußballspielen und mit Menschen interagieren kann, gibt es unzählige Beispiele von Robotern, die früher oder später teil unseres Alltags sein werden. Dass Menschen und Roboter nicht immer friedlich miteinander leben, zeigt aber der traurige Fall des hitchBOTs. Nachdem dieser erfolgreich durch Kanada getrampt war, indem er Autofahrern zuwinkte und auf Wunsch Bilder der gemeinsamen Fahrt auf sozialen Medien verbreitete, wurde er bei seiner folgenden Reise durch die USA von Unbekannten derart zerstört, dass eine Fortführung des Projekts nicht mehr möglich war.

Es ist also noch ein langer Weg, bis Menschen Roboter vollständig akzeptieren und ein mindestens ebenso langer, bis offensichtliche Nachteile der Maschinen, wie zum Beispiel ihre fehlende Intuition zumindest ausgeglichen sind. Dann erwarten uns hoffentlich ein paar spannende Jahrzehnte ohne lästige Alltagsarbeiten, bis es den Robotern zu bunt wird und sie die Menschheit unterwerfen oder auslöschen, glaubt man den Terminator-Filmen. Soviel zu dystopischen Gedanken. Man darf gespannt sein.

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