Relaunch Day

Über solche Tage dreht Roland Emmerich Filme. Der Relaunch der Hoods Seite. Das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Ein Augenzeugenbericht.

Der Tag beginnt wie jeder andere. Beinahe. Eigentlich scheint die Stimmung noch etwas gelöster zu sein. Der Moment ist gekommen und nur ein Gedanke steht über allem. Ach was, ein Gedanke. Ein Wort! Ein Wort, das all die Arbeit und die Emotionen zusammenfassen soll. Harmlos klingt es, schüchtern beinahe. Niemals vermutet man hinter diesem Wort etwas so großes und doch hängt es unsichtbar über unseren Köpfen, schwebt durch die Räumlichkeiten, badet in unseren Kaffees und beherrscht jeden Gedanken des heutigen Tages: Relaunch. Es ist soweit.

Während des morgendlichen Meetings wird gescherzt wie immer. 99% sind geschafft. Das weiß hier jeder. Ein paar Feinheiten fehlen. Die ein oder andere Stellschraube muss noch gedreht werden. Peanuts im Vergleich zu dem Berg, der bereits abgearbeitet ist. Von den unzähligen Gedanken, die gedacht wurden, mal ganz zu schweigen. Heute wird sich all das auszahlen.

Die letzten winzigen Aufgaben werden verteilt, der ein oder andere Text gerade gezogen, Bilder für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar verschoben. Der Fokus liegt auf der Überlegung, wann und wie Kaltgetränke zum Anstoßen besorgt werden.

Gegen Mittag steigt die Nervosität. Nicht direkt wegen des Relaunches, aber noch sind keine Kaltgetränke da und eine praktikable Lösung zur Beschaffung wurde auch nicht erarbeitet. Kurz noch ein paar SEO-Feinheiten geklärt und die ein oder andere Projektseite angepasst.

Gerüchte über den ein oder anderen Bug machen hinter vorgehaltener Hand die Runde. Bevor sich da irgendetwas festsetzen kann, werden sie behoben. Alles gut. Es geht weiter. Es wird. Es wird. Es wird!

Natürlich gibt es Problemstellen, die noch nicht berücksichtigt wurden. Natürlich fallen die jetzt auf. Natürlich arbeiten wir unter Druck besser. Natürlich findet sich jemand, der schnell zum Supermarkt läuft und das gröbste Problem des Tages löst.

Es gibt kein „passt nicht“ mehr. Es gibt „passt“ oder „passt schon“. „Agentur?" Check! „Blog?“ Check! „Leistungen?“ Check! „Projekte?“ Cheeeeeeeck… Check! Nochmal wird jede Seite einer genauen Kontrolle unterzogen. Die Farben verschwimmen. Wer braucht Drogen, wenn er relaunchen kann? Die Kopfhörer laufen heiß. Die Kaffeemaschine fordert Lohnerhöhung und droht mit Streik. Niemand geht nach Hause. Was jetzt nicht fertig ist, ist selber schuld. Wir drücken den Knopf.

Ende!

Rien ne va plus? Nichts geht mehr? Alles geht! Ein kollektives Durchatmen erfasst das Büro. Wir sind online. Wieder. Immer noch. Diesmal richtig. Besser. Gläser und Flaschen klirren. Morgen hat uns die Welt wieder, aber heute haben wir gerelauncht.

Gefällt? Geteilt!